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Die beiden Gerichtsgebäude

Das Amtsgericht Mosbach ist in zwei Gebäuden untergebracht, und zwar im Hauptgebäude Hauptstraße 110, in dem sich auch das Landgericht (Obergeschoss) befindet und im Nebengebäude Lohrtalweg 2.

Hauptgebäude

Hierbei handelt es sich um ein ehemaliges Kloster des Bettelordens der Franziskaner, das 1686 gegründet und 1808 endgültig aufgehoben wurde.

Von der Grundsteinlegung im Jahr 1686 dauerte es 12 Jahre bis zur Fertigstellung der Klosterkirche, die das Geviert an der zur Stadt gelegenen Seite abschloss. In den Jahren 1768 und 1769 wurden dem Klosterquadrat in Richtung Dallau zwei weitere Flügelbauten angefügt, was heute noch an den Jahreszahlen der Ecksteine und am vorspringenden Knick der Außenmauer an der Vorderseite des Gebäudes zu erkennen ist.

Während der napoleonischen Kriege fiel das Kloster 1806 an Baden. 1808 verfügte Großherzog Friedrich die Schließung des Klosters.

Nach tiefgreifenden Abriss- und Umbauarbeiten zu Beginn des 19. Jahrhunderts, u.a. wurde auch die Klosterkirche bis auf die Grundmauern abgerissen, erhielt das Klostergebäude seine heutige Gestalt. Es sind nur wenige originale Bauteile erhalten, etwa der Brunnen an der Hauptstraße, der seit 1689 von einer Zuleitung aus einer Quelle im Lohrtal versorgt wird. Als Brunnen diente auch der mittelalterliche Taufstein, der heute im Innenhof steht. Seitenaltäre und die prachtvolle Kanzel der Klosterkirche wurden vor dem Abbruch in den katholischen Teil der Stiftskirche verbracht.
Nach Schließung und Umbau diente das ehemalige Kloster als Sitz verschiedener Ämter, darunter auch einer „Vogtei“.

Die Bediensteten des Amtsgerichts Mosbach sind im Wesentlichen im Erdgeschoss des ehemaligen Klosters untergebracht, wo sich auch die Sitzungssäle befinden.

Nebengebäude

In diesem in den 1950-er Jahren errichteten Gebäude befand sich bis zum Jahr 1995 das ehemalige Staatliche Gesundheitsamt Mosbach. Seit Juni 2000 sind darin das Familiengericht, das Betreuungsgericht, die Zwangsversteigerungsabteilung sowie die Insolvenzabteilung untergebracht. Ferner befinden sich in dem Gebäude die Unterrichtsräume für die Arbeitsgemeinschaften der Rechtsreferendare.

 

 

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